Trennbankensystem
bezeichnet ein im anglo-amerikanisch dominierten Wirtschaftsraum traditionell anzutreffende Prägung der Kreditwirtschaft, die durch die Beschränkung der Tätigkeitserlaubnis auf bestimmte Produktspektren gekennzeichnet ist: Als Folge der Weltwirtschaftskrise wurde es den im Einlagen- und Kreditgeschäft verhafteten Geschäftsbanken in den USA (Commercial Bank) durch den Glass-Steagall-Act von 1933 aus Gründen der Risikoseparation ("narrow banking") untersagt, auch Wertpapiergeschäft zu betreiben, das seither von den Investment Banks verfolgt wird. In Großbritannien ist das T. historisch gewachsen. Dort koexistieren Deposit Banks und Merchant Banks. Nach dem II. Weltkrieg übernahm insbesondere Japan diesen Ansatz. - Auch wenn sich aus einer solchen Konzentration auf Ausschnitte aus dem Banksortiment Spezialisierungsvorteile ergeben haben, so hat sich international doch das Universalbankensystem, durchgesetzt. Vor allem die durch eine Vielzahl von Insolvenzen gekennzeichnete Krise des US- Commercial Banking in den 1980er Jahren wies auf mangelnde Diversifikationspotenziale hin und führte 1999 zur Beseitigung der Trennbankvorschriften. Insbesondere Japan hatte ähnliche Schritte bereits in den Jahren zuvor vorweggenommen.
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